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NAWI Graz Geozentrum 

Geowissenschaften und Geotechnik bündeln ihre Expertise

Forschende aus Geowissenschaft und Geotechnik haben ihre seit Jahrzehnten bestehende Kooperation in der letzten Dekade konsequent und interdisziplinär weiterentwickelt. Das NAWI Graz Geozentrum - vorerst ein virtuelles Zentrum, allerdings mit geplanter räumlicher Zusammenführung der Fachdisziplinen in einem gemeinsamen Gebäude - ist ein österreichweit einzigartiges Forschungszentrum, über das Synergien in Forschung, Lehre, Praxis und auch Organisation noch effektiver genutzt werden können.

Dem Geozentrum gehören folgende Fachdisziplinen an

  • Bodenmechanik, Grundbau und Numerische Geotechnik: Univ.-Prof. Dr. Franz Tschuchnigg (TU Graz)
  • Felsmechanik und Tunnelbau: Univ.-Prof. Dr. Thomas Marcher (TU Graz)
  • Geologie: Univ.-Prof. Dr. Walter Kurz (Uni Graz)
  • Hydrogeologie: Univ.-Prof. Dr. Steffen Birk (Uni Graz)
  • Ingenieurgeologie: Univ.-Prof. Dr. Daniel Scott Kieffer (TU Graz)
  • Mineralogie und Hydrogeochemie: Univ.-Prof. Dr. Martin Dietzel (TU Graz)
  • Paläontologie und Stratigraphie: Assoz.-Prof. Dr. Gerald Auer (Uni Graz)
  • Petrologie und Geochemie: Univ.-Prof. Dr. Christoph Hauzenberger (Uni Graz)

 

Koordiniert wird das NAWI Graz Geozentrum von einem Leitungsgremium bestehend aus den acht Fachdisziplinsleitern. Dem Gremium stehen seit Jänner 2026 Franz Tschuchnigg und Steffen Birk (Stv.) als Leiter vor.

Unsere acht Fachbereiche:

Mineral

Geologie

Die Geologie untersucht die Entstehung der Erdkruste, Gebirgsbildung und Oberflächenprozesse. Schwerpunkte sind Orogenese, Subduktion und die Wechselwirkungen zwischen Tektonik, Biodiversität und Erdoberflächenprozessen. Mithilfe von Sedimentologie, Proxydaten und Modellierungen werden geologische Entwicklungen und Paläoumweltbedingungen rekonstruiert. Subduktionszonen, wie am Pazifik, sind durch hohe Seismizität und starke Deformationen geprägt.

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Tunnelbau

Felsmechanik und Tunnelbau

Diese Disziplin widmet sich der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Lösungen in der Felsmechanik und dem Tunnelbau. Ein besonderer Fokus liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Felsmechanik, Bodenmechanik und Geologie. Zudem adressiert die Fachdisziplin die Anforderungen der Industrie 4.0 durch Digitalisierung und agiert als enge Partnerin für öffentliche und private Akteur:innen, Auftragnehmer:innen und Planer:innen.

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Petrologie

Petrologie und Geochemie

Die Petrologie und Geochemie untersucht magmatische und metamorphe Prozesse in der Erdkruste und im Erdmantel. Die Forschungsgebiete umfassen Mechanismen der Krustenbildung und des Krustenwachstums in der Frühgeschichte der Erde, den Einfluss der Subduktion auf den langfristigen geochemischen Kreislauf der Erde, die geochronologische Datierung magmatischer, metamorpher, tektonischer und erzbildender Prozesse, die Mantelpetrologie sowie gemmologische Untersuchungen. Aktuelle Forschungen nutzen modernste Bulk- und In-situ-Analysetechniken und erfolgen in Zusammenarbeit mit internationalen Universitäten. Mineralogische Anwendungen befassen sich mit umweltrelevanten Themen, wie beispielsweise der Freisetzung schädlicher Elemente aus Gesteinsstaub und Deponien. Die interdisziplinäre Forschung zu archäologischen Steinartefakten und deren mineralischen Rohstoffen verbindet petrologische, geochemische und mineralogische Methoden mit archäologischen Fragestellungen.

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Hydrogeologie

Hydrogeologie

Grundwasser ist eine zentrale Ressource für die Wasserversorgung und Ökosysteme. Es reagiert langsamer auf Veränderungen als Oberflächenwasser, weshalb die hydrogeologische Forschung die Auswirkungen von Klimawandel und menschlichen Eingriffen untersucht. Indirekte Effekte wie veränderte Vegetation oder Landnutzung stellen besondere Herausforderungen dar. Alpine Hydrogeologie fokussiert auf Grundwasser in Gebirgsregionen, die durch geklüftete, verkarstete oder poröse Gesteine geprägt sind. Ziel ist die nachhaltige Nutzung und der Schutz dieser Ressource, da menschliche Aktivitäten den Alpenraum zunehmend belasten.

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Bodenmech

Bodenmechanik, Grundbau und Numerische Geotechnik

Die Bodenmechanik bildet die theoretische Grundlage des Grundbaus und untersucht die Eigenschaften von Böden sowie deren Wechselwirkung mit Bauwerken. Sie umfasst Modellvorstellungen, Versuche und Berechnungsverfahren zur Beanspruchung und Verformung von Bauwerken. Der Grundbau beschäftigt sich mit der Errichtung von Bauwerken im und mit dem Boden, wobei die Bauverfahren stark von den Baugrundverhältnissen abhängen. Die numerische Geotechnik erweitert diese Ansätze durch die Entwicklung hochwertiger Stoffgesetze und die Anwendung komplexer dreidimensionaler Finite-Elemente-Analysen, um geotechnische Fragestellungen präzise zu lösen.

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Ingenieurgeologie

Ingenieurgeologie

Die Ingenieurgeologie spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherheit von Bauwerken und der Überwachung geologischer Prozesse. Mit Fernerkundungsmethoden wie InSAR, LiDAR und Photogrammetrie werden Gesteinsmassen kartiert und überwacht. Frühwarnsysteme helfen, Risiken wie Hangrutschungen oder Erosion in geklüfteten Gesteinsmassen frühzeitig zu erkennen, was besonders für Staudämme, Tunnel und Brücken essenziell ist. Geostatistische Analysen und Kluftnetzwerkmodellierungen unterstützen zudem die Planung und den Bau sicherer Infrastrukturen.

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Mineralogie

Mineralogie und Hydrogeochemie

Diese Disziplin untersucht Minerale und Gesteine sowie deren Wechselwirkungen mit Wässern, Gasen und biologischen Prozessen. Die Forschung verbindet grundlegende Prozesse nahe der Erdoberfläche mit aktuellen Fragestellungen zu Umwelt und Klima: Entstehung sedimentärer Abfolgen, Nutzung mineralischer Reststoffe, Entwicklung neuartiger anorganischer Materialien, Wasserqualität, Versinterung/Korrosion, CO₂-Speicherung u.a. Ziel ist ein besseres Verständnis natürlicher und anthropogener Stoffkreisläufe und Umweltveränderungen. Hierfür werden experimentelle Ansätze, (hydro)geochemische Modellierungen sowie hochauflösende petrographische, mineralogische, isotopengeochemische und spektroskopische Methoden kombiniert – vom atomaren Maßstab bis hin zum Erdsystem.

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Paläontologie

Paläontologie und Stratigraphie

Die Paläontologie untersucht die Geschichte des Lebens auf der Erde anhand von Fossilien, die Hinweise auf Evolution, Biodiversität, ökologische Krisen und vergangene Klimata liefern. Sie verbindet Biologie und Geologie und nutzt das Aktualitätsprinzip, um vergangene Prozesse zu verstehen. Die Stratigraphie erforscht die zeitliche Abfolge und räumliche Beziehung von Gesteinskörpern, um die Erdgeschichte detailliert zu rekonstruieren. Sie kombiniert verschiedene Teildisziplinen wie Biostratigraphie und Magnetostratigraphie, um Veränderungen von Klima und Evolution in zeitlichen und räumlichen Kontext zu setzen. Die eng verbundenen Forschungsfelder der Geobiologie und Paläoklimatologie liefern wichtige Erkenntnisse über die Dynamik des Systems Erde und die Auswirkungen des Klimawandels.

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